Zum Inhalt

Rezension – „Bevor ich sterbe“

von Jenny Downham, 320 Seiten, € 8,95
ISBN 978-3-442-47106-5

Kurzbeschreibung:
Die 16-jährige Tessa hat Leukämie, und die Ärzte machen ihr nur noch wenig Hoffnung. Aber Tessa will leben, wenigstens in der Zeit, die ihr noch bleibt. Sie schreibt an ihre Zimmerwand zehn Dinge, die sie tun will, bevor sie stirbt: Sex haben, Drogen nehmen, für einen Tag berühmt sein, etwas Verbotenes tun … Und dann trifft sie Adam, und er ist der Erste, der sie versteht. Tessa spürt, dass sie etwas mit Adam verbindet, doch sie wehrt sich dagegen. Und dann begreift sie, dass sie zum ersten Mal verliebt ist. Aber darf man lieben, wenn man stirbt? (Quelle:http://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Bevor-ich-sterbe-Roman/Jenny-Downham/e297295.rhd)

Cover:
Das Cover spiegelt eigentlich genau den Inhalt des Buches wieder. Freundensprünge eines jungen Mädchens, das sich trotz ihrer schweren Krankheit nicht unterkriegen lässt. Der weiße Hintergrund könnte aber auch schon den Himmel bzw. das Leben nach dem Tod symbolisieren. Mir gefällt das Cover sehr gut und es passt zu einem Buch, das nicht nur das traurige Tagebuch einer Sterbenden ist.

Der erste Satz:
Wenn ich doch nur einen Freund hätte.

Meine Meinung:
„Bevor ich sterbe“ behandelt natürlich ein sehr sensibles und trauriges Thema. Deshalb war ich überrascht mit welcher Lebensfreude und Hoffnung Tessa versucht die letzten Monate ihres Lebens zu leben.

Tessa ist trotz ihres harten Schicksals oft fröhlich und versucht ihr Leben zu genießen. Andererseits lassen sich Gedanken über den Tod aber auch nicht verbergen. Tessa denkt über den Sinn ihres Lebens nach und verfasst schließlich eine Liste mit Dingen, die sie in ihrem Leben noch tun möchte. Die Liste ist eine wunderschöne Idee und Tessa wird von ihrem ganzen Umfeld unterstützt. Vor allem Adam gibt sich viel Mühe und hilft Tessa auf romantische und aufopferungsvolle Art und Weise. Tessa lässt Adam tief in ihr Innerstes blicken und er ist eine unglaublich große Stütze in ihrem Leben. Tessa kann in diesen Momenten mit Adam ihre Sorgen vergessen.

Trotzdem kommt Tessa immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Dann hat sie Angst. Angst vor dem Tod, Angst, was aus ihrer Familie werden soll und Wut, wieso es gerade sie treffen musste. Diese Momente der Schwäche lässt Tessa aber nicht oft zu. Oft gibt sie sich gefühlsmäßig abgehärtet und blickt dem Tod scheinbar furchtlos ins Gesicht. Hier bewundert man Tessa für ihren Mut und ihr Durchhaltevermögen. Sie macht weiter und lässt nicht zu, dass der Krebs ihr Leben bestimmt.
Aber auch für die anderen Familienmitglieder geht das Leben weiter und so kämpfen sie alle mit ihren alltäglichen Problemen. Von Scheidungen bis hin zu einer ungewollten Schwangerschaft von Tessas Freundin. Auch diese Dinge gehören zu Tessas Leben dazu. Genau das macht „Bevor ich sterbe“ auch so real und authentisch.

Mein einziger Kritikpunkt an diesem Buch sind die fehlenden Hintergrundinformationen. Mir persönlich waren es zu wenig Erklärungen, was Leukämie genau ist und wie es behandelt wird. Oft versteht man bei Behandlungen im Krankenhaus nicht, was die Ärzte gerade machen und warum. Das fand ich schade, wird aber sicher nicht jeden Leser stören.

Besonders am Ende des Buches wird es noch richtig traurig und melancholisch. Wenn Tessa langsam schwächer wird und später nicht einmal mehr mit ihrer Familie reden kann, ist der Schreibstil grandios. Die Sätze werden kürzer und so verschwimmt die Erzählweise immer mehr. Tessas Erinnerungen und Gedanken vermischen sich mit den wahren Begebenheiten. Sie durchlebt noch einmal die schönsten Momente ihres Lebens und die Momente, die sie nicht mehr erleben kann. Hier war ich dann doch gerührt und musste einige Tränen verdrücken.
Man kann das komplette Buch hindurch mit Tessa mitfühlen und zollt ihr immer wieder Bewunderung. Denn Tessa hat es am Ende ihres Lebens geschafft die Dinge auf ihrer Liste zu erleben und hat dadurch einen wunderbaren Menschen kennengelernt. Adam war bis zum Ende für sie da.

Fazit:
„Bevor ich sterbe“ lässt einen so schnell nicht mehr los. Einfühlsam und authentisch erlebt man zusammen mit Tessa die letzten Monate ihres Lebens. Traurig und gleichzeitig doch wunderschön.

 

Ich gebe „Bevor ich sterbe“ 5 von 5 Leselupen.

 

 

Veröffentlicht inRezensionen

Schreibe den ersten Kommentar

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.