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Rezension – „Eisseele“

von Birgit Schlieper, 352 Seiten, € 9,99 ISBN 978-3-570-16132-6

Kurzbeschreibung: Zoe braucht die Gemeinheiten. Wenn ihr Kopf dröhnt vor Schuldgefühlen, dann teilt sie aus: Bringt Kinder in gefährliche Situationen und weidet sich an blutenden Nasen. Zerstört Ehen mit anonymen Anrufen. Doch dann lernt sie jemanden kennen, der noch viel tougher ist als sie: Carl. Dieser neue Mitschüler hält die wahren Herausforderungen parat. Und Zoe macht mit. Sie will ihm gefallen – ihm ebenbürtig sein. Aber erst als Zoes Leben auseinanderfällt – ihre Eltern, ihre Freundinnen sowie ihr bester Kumpel sich von ihr abwenden – merkt Zoe, dass Carl nie daran gedacht hat, ihr Freund zu sein. Carl will sie benutzen. Und er geht über Leichen …(Quelle:http://www.randomhouse.de/Paperback/Eisseele/Birgit-Schlieper/e393590.rhd)

Cover: Das Cover mit einem zerstörten Puppenkopf passt sehr gut zu diesem spannenden Thriller. Der halbe Puppenkopf könnte auch die zwei unterschiedlichen Seiten von Zoe wiederspiegeln.

Der erste Satz: Sie zuckt nur ganz leicht zusammen, als sie das Geräusch hört.

Meine Meinung: Eigentlich sind Thriller nicht wirklich mein bevorzugtes Buchgenre, aber „Eisseele“ hat mir wirklich sehr gut gefallen. Es ist keine „klassische“ Geschichte mit zerstückelten Leichen und psychisch kranken Serienmördern, sondern viel mehr die Geschichte eines Mädchens, dass nach außen hin völlig normal wirkt, aber in Wahrheit auf grausame Art das Leben anderer zerstört. Während des Lesens war ich immer wieder entsetzt von Zoes Hartherzigkeit und ihrer grausamen Art. Sie zerstört die Ehe ihrer Nachbarn, einfach nur aus Langeweile und amüsiert sich später über deren Hilflosigkeit. Sie bringt Kinder dazu sich zu verletzten, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Zoe braucht dieses Leid und den Schmerz anderer, um selbst mit ihrem Leben zurechtzukommen. Denn ihn Zoes anscheinend perfekten Welt gibt es etwas, für dass sie sich schrecklich schuldig fühlt. Ihre kleine Schwester Franzi ist schwer behindert. Zoe bildet sich ein für die Behinderung ihrer Schwester verantwortlich zu sein und dass sie deshalb kein Recht hat glücklich zu sein und geliebt zu werden, genausowenig wie andere das Recht dazu haben. Genau deshalb pendelt Zoe immer zwischen zwei Welten. Diesen Wechsel zwischen der bildhübschen, braven Zoe und ihrem zweiten, kaltherzigen Ich, hat die Autorin sehr toll beschrieben. Ich fand den Schreibstil im Allgemeinen sehr angenehm und gleichzeitig extrem spannend, wie es sich für einen guten Thriller gehört. Wer sich jetzt denkt, dass es schlimmer nicht mehr kommen kann, hat sich leider getäuscht. Denn irgendwann tritt Carl in Zoes Leben. Er ist noch taffer, noch gefährlicher als Zoe und zwischen den beiden entwickelt sich eine Art Beziehung. Wobei man das eigentlich kaum eine Beziehung nennen kann, denn Zoe verspürt nie Emotionen oder Gefühle. Sie ist innerlich einfach nur eiskalt, hat eine Eisseele. Zwischen Carl und Zoe entwickelt sich ein zuerst harmloser Wettstreit, der sich schließlich in eine eiskalte und geldgierige Intrige verwandelt. Mehr möchte ich dann aber auch nicht mehr verraten, um euch nicht die ganze Spannung beim Lesen zu nehmen. Ihr habt sicher bemerkt, dass mir „Eisseele“ bis zu diesem Zeitpunkt echt gut gefallen hat, aber das Ende hat mich dann irgendwie enttäuscht. Ich fand es verwirrend, zu schnell erzählt und dadurch auch ein wenig unlogisch. Hier hätten vor allem Erzählungen aus Carls Perspektive weitergeholfen, damit man seine Motive und damit auch seine Taten verstehen kann. Zusätzlich blieben mir persönlich auch zu viele offene Fragen. Was wird aus Zoe und Carl? Werden sie bestraft und vor allem wie geht es mit dem Leben des Opfers ihrer Intrige weiter? Hier hätte ich mir dann doch mehr Klarheit und ein abgeschlossenes Ende erhofft. Aber vielleicht war es auch die Absicht der Autorin Unklarheit zu schaffen. Vielleicht wollte sie ein offenes Ende, damit sich jeder Leser die Geschichte selbst zu Ende denken kann. Es kommt also wirklich auf den Leser selbst an, wie er mit dem Ende des Buches zurechtkommt. Insgesamt fand ich „Eisseele“ dann doch ein sehr gelungener Thriller, der sogar mir gefallen hat, auch wenn ich normalerweise mit Thrillern nicht viel anfangen kann. Das Buch führt einen wirklich in die Abgründe einer kranken Seele und ihre eiskalten Intrigen. Fazit: Ein spannender Thriller über die eiskalten Taten einer anscheinend völlig normalen Teenagerin. Lässt einem kalte Schauer über den Rücken laufen und ist auf jeden Fall lesenswert.

Ich gebe „Eisseele“ 4 von 5 Leselupen.

 

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